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Vor dem Hintergrund der alternden Personalstruktur (ca. 30.000 Beschäftigte der Berliner Landesverwaltungen gehen in den nächsten Jahren in Rente) sowie steigenden Bevölkerungszahl - und damit erhöhten Verwaltungsbedarfs - lud der Regierende Bürgermeister Michael Müller zur Eröffnung zu „Berlins größtem Bewerbungsgespräch". Aufgrund der genannten Entwicklungen ist es eher die Verwaltung, welche sich bei den BürgerInnen als interessante/r ArbeitgeberIn bewirbt als andersherum. Die innovative Ausrichtung der Tagung unterstrich schließlich Charles Landry, Autor des Buchs „Creative Bureaucracy", indem er das inoffizielle Motto des Festivals vorstellte: wie kommen wir in der Verwaltung von „Nein, weil…" hin zu „Ja, wenn…" als Antwort auf neue Ideen?

Um diese neuen, kreativen Ideen zu generieren wurden in den Workshops diverse Techniken thematisiert. Die Kollegiale Beratung beispielsweise, welche eine Struktur für die interne Erörterung und Lösung von Problemen darstellt, weist MitarbeiterInnen verschiedene Rollen in diesem Prozess zu. Neben einem/r ProblemstellerIn, dessen/deren formuliertes Problem es zu lösen gilt, gibt es eine/n ModeratorIn und eine/n Protokollanten. Die restlichen teilnehmenden MitarbeiterInnen sind beratend tätig. Unsere Gruppe diskutierte die Motivation von MitarbeiterInnen während Veränderungsprozessen und stellte die besondere Bedeutung der Wertschätzung für die Teilnahme am Veränderungsprozess, klare Formulierung des Nutzens der Veränderung und der ernste Umgang mit etwaigen Ängsten der Beteiligten heraus.

In einem weiteren Workshop - dieses Mal nach dem Vorbild der Design Thinking Methode - arbeiteten wir an einer Lösung für den oft angstbehafteten, ablehnenden Umgang mit neuen, digitalen Technologien in der Verwaltung. Das von uns entwickelte Konzept „Become a #techbuddy" sah die halbjährlich rotierende Rekrutierung von Techbuddies (DigitalpatInnen) - bspw. für die dort benutzte Fachverfahrenssoftware - aus dem MitarbeiterInnenkreis vor. Diese sollten einerseits technisch, aber vor allem pädagogisch geschult werden, wie man niedrigschwellige Unterstützung im Umgang mit digitalen Technologien leisten kann. Ein besonderes Augenmerk gilt hierbei dem partizipativen, egalitären Charakter der Beratung unter KollegInnen, welches ein Arbeitsklima schafft, in dem sich jede/r traut seine/ ihre Fragen zu stellen und Unsicherheiten zu klären.

Interessante Beispiele aus der Praxis wurden ebenso vorgestellt. In Heidelberg wurde bspw. ein „Amt für unlösbare Aufgaben" gegründet - kurz gesagt eine Projektgruppe, welche es zur Aufgabe hatte hemmende Routinen in der Verwaltung zu identifizieren und mit Raum und Budget für Experimente ausgestattet für diese innovative Lösungen zu finden. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in Bremen war der Erfahrungsbericht aus der Berliner Senatsverwaltung interessant. Berlin führt momentan den Kita-Navigator ein. Hierbei handelt es sich um eine App, in der die Berliner Kitas gelistet sind. Jede Kita kann sich dort vorstellen und die Eltern können sich über die App für die Plätze bewerben. Schon bereits versorgte oder zwischenzeitlich verzogene Kinder werden umgehende an den Träger und die Berliner Verwaltung gemeldet.

Zum Abschluss gab es noch eine ‚FuckUp Night‘, in der die ProtagonistInnen von deutschlandweit bekannten Behördenversagen über die Gründe des Scheiterns berichteten. Neben dem Geschäftsführer des Berliner Flughafens BER standen hier in lockerer Atmosphäre hochrangige Vertreter des während der Hochphase der ‚Flüchtlingskrise‘ in Kritik geratenen Berliner Landesamts für Gesundheit und Soziales LAGeSo, des seit mehr als 15 Jahren geplanten Projekts Gesundheitskarte und des schleppenden Wiederaufbaus des Berliner Stadtschlosses Rede und Antwort - ohne an Selbstkritik und einsichtsreichen Rückblicken zu sparen.

Die Bedeutung solcher Zusammenkünfte wie es das „Creative Bureaucracy Festival" darstellt kann gar nicht hoch genug bewertet werden. Kreative, funktionierende Verwaltung kann immer nur in Gemeinschaft funktionieren. Daher sind solche Austauschmöglichkeiten zwischen Verwaltungs-, Forschungs-, Beratungs- und Gesellschaftsvertretern unabdingbar um adäquate, zeitnahe Lösungen für aktuelle und in Zukunft auftretende Herausforderungen im Öffentlichen Sektor zu entwickeln.


… so hieß der provokative wie realitätsabbildende Titel der Konferenz der Heinrich-Böll-Stiftung in Kooperation mit dem Forum Bildung Digitalisierung. Nach der Keynote von Ina Schlie von der SAP AG (Senior Vice President Digital Government and Head of Government Relations) durfte ich die aus Europas größtem Software-Konzern formulierten Anforderungen an Arbeitskräfte der Zukunft mit dem derzeitigen Stand der Medienintegration in deutschen Schulen kontextualisieren. Als Titel meines Vortrags habe ich „Gute Bedingungen für Bildung im digitalen Zeitalter" gewählt. Beide Vorträge wurden in einem neuen Format „Böll Talks" in Anlehnung an die berühmten TED Talks aufgezeichnet. Ich habe versucht, anhand von drei Kernbereichen die Herausforderungen des Schulsystems zu skizzieren und dabei auf dessen Dysfunktionalität abgestellt, wodurch sich ein Auseinanderdriften der Basisversorgung von Schülerinnen und Schülern je nach Gemeinde, Kreis, Stadt oder Land ergibt:
a) Inhaltliche Klarheit: -> was ist das Ziel?
b) Hinreichende -> Qualifikationen: wer?
c) Infrastrukturelle -> Voraussetzungen: womit?


In allen drei Feldern, die eng miteinander verwoben sind, bestehen erhebliche Anstrengungen von Bund, Ländern und Kommunen und zugleich erweckt es den Anschein, als ob nichts voran ginge. In dieser Ambivalenz habe ich die bestehenden Maßnahmen eingeordnet und auch auf internationale Entwicklung verwiesen. Dabei existieren einige offen Punkte in Wissenschaft und Praxis und an anderen Stellen haben wir ein Umsetzungs- nicht aber ein Erkenntnisproblem.


Im weiteren Verlauf der Konferenz kamen (leider nur wenige) Lehrkräfte oder Schulleitungen zu Wort und es gab ein hochrangig besetztes Panel zur Weiterbildung und der Frage nach den Fachkräften der Zukunft. Abschließend diskutierten Politiker*innen aus CDU/CSU, Bündnis 90/Die Grünen sowie der FDP über "Strategien für die digitale Zukunft" und Wege raus aus der Verantwortungsdiffusion.


Vom 16. - 18. November findet das 35. Forum der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) statt, dieses Jahr unter dem Motto "Medienbildung für alle - Digitalisierung. Vielfalt. Teilhabe." Im Mittelpunkt stehen unter anderem Fragen danach, wie Medienpädagogik den gesellschaftlichen Prozess der Inklusion unterstützen bzw. begleiten kann oder auch wie digitale Teilhabe für Schülerinnen und Schüler ermöglicht werden kann. Auf der Tagungswebseite der GMK sind seit Kurzem sowohl das Programm als auch die Möglichkeit zur Anmeldung zu finden. Das ifib ist über das Projekt "Tinder die Stadt" mit involviert und wird gemeinsam mit der GMK-Fachgruppe "Bürgermedien" einen Workshop anbieten.

Katharina Heitmann vom Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI) und Adrian Roeske vom ifib werden aus dem Projekt heraus die Co-kreative Entwicklung einer App vorstellen und vor allem praktisch durchführen, indem die Teilnehmenden dazu eingeladen werden, sich aktiv am Prozess der Co-Creation zu beteiligen. Der Workshop wird am Samstag, 17.11., in der Zeit von 10:45 Uhr bis 12:30 Uhr stattfinden.


Am 12.09. endete die 16. E-Learning-Fachtagung Informatik 2018 (DeLFI) an der Goethe-Universität im sonnigen Frankfurt. Das Motto der Tagung lautete "Digitalisierungswahnsinn? - Wege der Bildungstransformation". Das ifib war mit zwei Beiträgen vertreten. Die DeLFI fand in diesem Jahr zusammen mit der Fachtagung zur Hochschuldidaktik der Informatik 2018 (HDI) statt, was für regen Austausch sorgte.

In der Session "Mobile Anwendungen" stellten Philipp Krieter und Prof. Dr. Andreas Breiter ihren Beitrag Track every move of your students: log files for Learning Analytics from mobile screen recordings vor. Der Beitrag präsentiert ein Learning Analytics-Werkzeug, das Logfiles aus mobilen Bildschirmaufzeichnungen wie Videos generieren kann.

In der Session "Learning Analytics" präsentierten Hendrik Heuer und Prof. Dr. Andreas Breiter ihren Beitrag Student Success Prediction and the Trade-Off between Big Data and Data Minimization. Darin zeigen sie, dass auch auf datensparsame Weise mit hoher Genauigkeit vorhergesagt werden kann, ob ein Student oder eine Studentin einen Kurs besteht oder nicht.

Die Veröffentlichungen des ifibs finden Sie hier: Track every move of your students: log files for Learning Analytics from mobile screen recordings und Student Success Prediction and the Trade-Off between Big Data and Data Minimization. Alle weiteren Veröffentlichungen finden Sie in der Digital Library der Gesellschaft für Informatik.


Am 6. September fand die Tagung „Resonanzräume erforschen und transformieren - Demokratie stärken und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern" im Haus der Wissenschaft statt. Philipp Gies vom Bremer Zentrum für Arbeit und Politik (ZAP) organisierte die Tagung, bei der sich einige Projekte der BMBF-Förderlinie „Zusammenhalt stärken in Zeiten von Krisen und Umbrüchen", in der auch das Projekt „Tinder die Stadt" gefördert wird, austauschten. Katharina Heitmann von unserem Partnerinstitut, dem ZeMKI, und ich stellten das „Tinder die Stadt"-Projekt vor und versuchten aufzuzeigen, wie wir durch die partizipative Entwicklung einer Nachrichten-App zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhaltes beitragen wollen.

Die Organisatoren der Veranstaltung erforschen in ihrem Projekt RESet (Resonanzräume erforschen und transformieren) Exklusionserfahrungen von ALG II-Beziehern. Ziel ist es u.a. durch die Entwicklung von neuen Bildungsformaten und digitalen Tools die Resonanz und Zugehörigkeit dieser von Prekarität betroffenen oder bedrohten Gruppe zu stärken. Neben uns waren noch zwei weitere Projekte der Förderlinie eingeladen. Beide erforschen und entwickeln neue nicht-digitale Formate für Partizipation und Beteiligung.

Neben dem gemeinsamen Ziel haben die vier Projekten auch ähnliche Herangehensweisen, insofern sie alle mit partizipativen Forschungsansätzen arbeiten. Dabei stehen wir alle vor der Herausforderung diejenigen zu erreichen und zu beteiligen, die sich der Zivilgesellschaft nicht (mehr) zugehörig fühlen. Der Austausch von Methoden, Formaten und Erfahrungen war und wird hoffentlich auch in Zukunft hilfreich sein. Ein weiterer wesentlicher Diskussionspunkt war die Frage, ob bzw. unter welchen Voraussetzungen digitale Technologie überhaupt geeignet ist, um soziale Probleme zu lösen. Insbesondere von Seiten der Soziologen und Politikwissenschaftler war die Skepsis sehr hoch. Zumindest zwei der vorgestellten Projekte werden nach Abschluss vielleicht etwas darüber aussagen können. Gerade angesichts der sich aktuell zuspitzenden Krise des gesellschaftlichen Zusammenhalts wurde aber auch deutlich, dass Symptombehandlung mit Hilfe digitaler Tools nicht von der Erforschung und Beseitigung der sozialen Ursachen ablenken darf.


Im BMBF-Projekt „Tinder die Stadt", dass das ifib gemeinsam mit dem ZeMKI der Universität Bremen und dem Hans-Bredow-Institut an der Universität Hamburg durchführt, haben wir unsere Ausschreibung erfolgreich abschließen können. Nachdem eine Reihe von Einzelinterviews, Gruppendiskussionen und Co-Creation Workshops durchgeführt wurden, konnten wir den Anforderungskatalog für die zu entwickelnde Nachrichten- und Informations-App formulieren und den Auftrag ausschreiben.

Wir freuen uns sehr darüber, die Firma webkid (www.webkid.io) aus Berlin für unser Projekt gewonnen zu haben. Als Entwickler der News-App „Resi" und mit einem breiten Portfolio an Projekten für verschiedene Medienhäuser, wie der Financial Times, der Neuen Zürcher Zeitung oder auch der Berliner Morgenpost, sind sie bestens dafür geeignet, uns im „Tinder-Projekt" zu unterstützen. Am 23. August 2018 fand das erste gemeinsame Treffen zwischen webkid und den drei Instituten statt, bei dem wir uns erfreulicherweise auf eine gemeinsame Zielsetzung verständigen konnten.

webkid befindet sich bereits im ersten Sprint (Entwicklungsintervall), sodass wir mit der Entwicklung eines Prototypens einen großen Schritt weiter gekommen sind. Parallel dazu werden weitere Interviews organisiert, um den Themenkomplex „Szenarien zur Überwindung der Krise mediatisierter Öffentlichkeit in Stadt und Umland" weiter zu untersuchen und Co-Creation Workshops durchgeführt, um das Projekt partizipativ mit Bürger*innen aus Bremen und den Landkreisen Verden und Osterholz weiter auszugestalten."


Am 02.09. fand im Rahmen der Mensch und Computer 2018 in Dresden ein Workshop zum Thema „Partizipative & sozialverantwortliche Technikentwicklung" statt. SozialforscherInnen, DesignerInnen, InformatikerInnen und einige Andere, die im Bereich des partizipativen Softwaredesigns arbeiten und forschen, trafen sich, um sich über ihre Praxiserfahrungen in Partizipationsprojekten auszutauschen und gemeinsam darüber zu reflektieren. Ich habe dort von unseren Erfahrungen mit der Einbindung älterer Menschen im Projekt MobileAge gesprochen.

Die Einbeziehung von NutzerInnen gehört längst zum guten Ton in Forschungs- und Entwicklungsprojekten und ist vielfach Voraussetzung für die Förderung. Wie substantiell diese Mitbestimmungsmöglichkeiten sind und ob sie tatsächlich zu sozialverträglicherer Technik führen, ist hingegen nicht klar. Angesichts des gegenwärtigen Partizipations-Hypes hatten sich die OrganisatorInnen des Workshops daher zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit den TeilnehmerInnen Kriterien und Anforderungen für Partizipation & sozialverträgliche Technikgestaltung zu erarbeiten. Im Austausch wurden wir uns schnell einig, dass eine wesentliche Voraussetzung für substantielle Beteiligung die Ergebnisoffenheit von Projekten ist, die leider aufgrund von Förderlogiken und Drittmittelabhängigkeiten kaum realisierbar ist; Kaum eine WissenschaftlerIn traut sich Arbeit in einen offenen explorativen Forschungsantrag zu stecken, da davon ausgegangen wird, dass die Wahrscheinlichkeit auf Förderung bei nicht im Vornherein definierten Ergebnissen rapide sinkt. Was aber ist, wenn sich im Zuge der Partizipationsforschung herausstellt, dass die im Antrag versprochene Technik in der Form oder überhaupt nicht auf die Bedarfe der Zielgruppe passt? Solche Form der „Zwangsbeglückung" widerspricht den Ansprüchen sozialverträglicher Technikentwicklung, verschwendet öffentliche Gelder und sollte eigentlich - so würde man denken - durch die Beteiligung von NutzerInnen von Anfang an vermieden werden.

Um zukünftig ergebnisoffen & partizipativ sozialverträgliche Technik gestalten zu können, müssen wir als ForscherInnen den Mut aufbringen Projektanträge so zu schreiben, wie wir es für richtig halten, unabhängig von öffentlichen Ausschreibungs- und Förderlogiken. Das ist angesichts der Drittmittelabhängigkeit vieler WissenschaftlerInnen nicht leicht. Einige wenige Erfolgsbeispiele gibt es allerdings schon - in Chemnitz beispielsweise erforschen Soziologen, Informatiker und Designer gemeinsam mit BürgerInnen und finanziert vom BMBF in einem Living Lab die Frage wie wir gemeinsam leben wollen und welche Art von technischen Hilfsmitteln uns dabei unterstützen können. Solche Fragen bieten die Möglichkeit echter Mitbestimmung und für die Entwicklung von Technik, die den Menschen wirklich nützt.


Wir freuen uns sehr, dass das DLR der Aufnahme eines weiteren Teilvorhabens in das Projekt MeMoApp - Medienkompetenz für mobiles, appbasiertes Lernen und Arbeiten zugestimmt hat. Ab dem 1. September wird sich das Institut für IT-, Medien- und Immaterialgüterrecht (MLS LEGAL) (www.mls-legal.de/institut) vertreten durch Frau Prof. Dr. Iris Kirchner-Freis intensiv mit allen rechtlichen Fragestellungen im Projekt befassen. Neben den ohnehin relevanten rechtlichen Fragen für die Durchführung des Projektes und die Entwicklung, Erprobung und Verstetigung des MekoSmartHubs als Klammer für das zu entwickelnde technische System und die erforderlichen Maßnahmen zur betrieblich-organisatorischen Einbettung, wird es in dem Teilprojekt zum einen um die Frage gehen, welche Anforderungen sich aus dem Inkrafttreten der DSGVO ergeben, die über die bisherigen Datenschutzanforderungen bzw. - konzepte hinausgehen. Zum anderen wird erarbeitet, welche Konsequenzen sich aus dem Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) für die Erhebung von personenbezogenen Daten im Zuge der, im Rahmen des Projektes zu beantwortenden Forschungsfragen und der erforderlichen Evaluation ergeben.


Vom 3. - 6. September findet in Barcelona die ACM/SIGCHI Konferenz MobileHCI an der Universitat Pompeu Fabra statt (20th International Conference on Human-Computer Interaction with Mobile Devices and Services.). Das ifib ist durch Philipp Krieter und Andreas Breiter mit dem Paper „Analyzing Mobile Application Usage: Generating Log Files from Mobile Screen Recordings" vertreten. Die Veröffentlichung gehört zu den vier Papern der Konferenz, die für den „Best Paper Award" nominiert waren und erhielt eine „Honorable Mention". In diesem Beitrag wird eine Methode zur detaillierten Analyse der Nutzung mobiler Anwendungen durch die Erstellung von Log-Dateien auf der Grundlage mobiler Bildschirmaufzeichnungen unter Anwendung von Computer Vision und Machine Learning Methoden vorgestellt.


Ab Oktober bieten wir in unserem Forschungsprojekt „Musicalytics - Musikalisches non-formal situiertes Lernen in digitalen Lernumgebungen" zusammen mit der Musikschule in Bremen sowie der Volkshochschule in Detmold den Kurs „Songwriting mit dem Tablet - Von der Idee zum fertigen Pop-Song" an:

Du hast eine Melodie, eine Songzeile oder einen Groove im Kopf, weißt aber nicht, wie du daraus einen vollständigen Song machen kannst? In diesem Kurs zeigen wir dir, wie du kompositorische Techniken, digitalen Hilfsmittel und theoretische Kenntnisse nutzen kannst, um einen Song entstehen zu lassen. Dazu bekommst du kostenlos ein Android Tablet für die Zeit des Kurses gestellt, an dem du auch zu Hause kreativ arbeiten kannst. Eine eigens eingerichtete Online-Plattform bietet die Möglichkeit, sich von zu Hause aus mit den anderen Teilnehmenden zu vernetzen und zusammen musikalisch zu experimentieren. Viele digitale Lektionen, nützliche Links und Info-Materialien stehen dort ebenso bereit, sodass du dich deinen Interessen entsprechend vertiefen kannst.

Kreatives und gemeinsames Musikproduzieren mit Tablets steht im Zentrum dieses Blended Learning-Kurses.

Einige Inhalte des Kurses:

Recording und Mixing mit dem Tablet
Ideen in Synthesizer, Drum Computer und Sequenzer verwirklichen
Harmonik und Form des Popsongs
Stilkunde: Welche musikalischen Eigenheiten haben Genres?
Hörschule: Spiel- und Produktionstechniken heraushören und selbst einsetzen
Hilfe beim musikalischen Selbstlernen

Der Kurs ist für Jugendliche und Erwachsene konzipiert - ohne oder mit ersten Erfahrungen im praktischen Musikmachen. Theoriekenntnisse sind nicht nötig.

Er ist Teil eines Forschungsprojektes zur Erforschung digitalen Lernens, daher ist die Teilnahme kostenfrei. Während der Arbeit am Tablet werden Nutzungsdaten aufgezeichnet. Wenn du an einer Anmeldung interessiert bist, informieren wir dich gerne über das Vorgehen und unsere Datenschutzmaßnahmen.


text Neue WCAG veröffentlicht
2018-08-14T11:06:00Z

Am 05. Juni 2018 hat das W3C eine neue Version der Richtlinien für barrierefreie Webinhalte (WCAG - Web Content Accessibility Guidelines) offiziell als Empfehlung herausgegeben. Die Version 2.1, deren Vorversionen zur Kommentierung durch die Community offenstanden, erweitert die bestehende Version 2.0 um 17 neue Erfolgskriterien. Die WCAG 2.0 sind allerdings auch weiterhin gültig, so dass jetzt zwei Versionen nebeneinander existieren, wobei die WCAG 2.1 rückwärtskompatibel zur WCAG 2.0 sind. Das W3C Konsortium empfiehlt die Nutzung der neuen Guidelines.

Die WCAG 2.1 setzen einen Schwerpunkt auf mobile Geräte, da sich in diesem Bereich seit der Veröffentlichung der WCAG 2.0 im Jahre 2008 große Veränderungen ergeben haben. Wurden z. B. Anwendungen früher hauptsächlich durch Tastatur und Maus bedient, werden heutzutage häufig Touchscreens oder Sprachsteuerungen für die Benutzung von Geräten verwendet. Weiterhin soll der neue Webstandard helfen, die Zugänglichkeit für Seh- sowie Lernbehinderte zu verbessern.

Spannend ist die Frage, ob nun auch die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung 2.0 (BITV 2.0), die auf den WCAG 2.0 basiert und 2011 veröffentlich wurde, überarbeitet wird und z. B. die Neuerungen bzgl. mobiler Geräte berücksichtigt.

Wer gerne einen Blick auf die neuen WCAG 2.1 werfen möchte, findet diese hier: https://www.w3.org/TR/WCAG21/


Am 12.08. fand der 7. "GEWOBA City Triathlon" am Europahafen in Bremen statt, an dem das ifib und die ifib-consult erstmalig teilnahmen und gleich zwei Teams an den Start schickten!
Bei angenehmen Temperaturen schwammen, radelten und liefen wir uns zum Ziel und schafften es mit einem Team sogleich unter die Top Ten (10. und 27. Platz)! Neben dem sportlichen Aspekt stehen für uns auch immer Teamgeist und Spaß im Vordergrund und so entspannten wir im Anschluss noch mit Obst und Getränken und diskutierten bereits über die nächten Aktionen.


Die EASST 2018-Fachtagung der Europäischen Gesellschaft für Science and Technology Studies (European Association for the Study of Science and Technology) fand in diesem Jahr vom 25. bis zum 28. Juli 2018 an der Lancaster University in Großbritannien statt. Das Motto der Tagung lautete "Meetings - Making Science, Technology and Society together". Die EASST findet alle zwei Jahre statt und ist das größte europäische Treffen von Wissenschaftler*innen, die sich disziplinenübergreifend mit Fragen der Wissenschafts- und Technikforschung (auch Sozioinformatik) beschäftigen. Die Universität Bremen waren durch die Fachbereiche Informatik (ifib), Ethnologie und Geographie vertreten.

Juliane Jarke (ifib) führte gemeinsam mit Anna-Lisa Müller (Institut für Geographie, Universität Bremen) ein Panel zu Socio-technical encounters in the city: urban spaces, data infrastructures and new modes of civic engagement. Hier wurden Studien präsentiert und diskutiert in denen sich Veränderungsprozesse in Stadtentwicklung und Leben in der Stadt in Zeiten einer zunehmenden Datafizierung erleben aber auch gestalten lassen. Fragen betrafen etwa:

  • Welche Arten von (neuen) Stadträumen entstehen durch die Verschränkung von physischen und digitalen Räumen?
  • Wer und was wird durch diese Prozesse sichtbar/unsichtbar gemacht?
  • Wie verändern sich die Bewegungen in Städten durch die Digitalisierung von Stadträumen?
  • Wie reagiert die Stadtplanung auf diese Veränderungen?
  • Wie können Bürger*innen (versuchen), in diesen Entwicklungen wieder Einfluss zu gewinnen?

Foto: Panelisten in der Frage-Antwort Session. Moderation Anna-Lisa Müller

Foto: Panelisten in der Frage-Antwort Session. Moderation Anna-Lisa Müller

In einem gemeinsamen Beitrag mit Raoni Rajao (Federal University of Minas Gerais, Brasilien) trug Juliane Jarke Überlegungen zu "Vertrauen in Daten" vor. Die beiden Wissenschaftler präsentierten anhand von Satellitendaten zum Montoring von Regenwaldabholzung die Herausforderungen von Klimawissenschaftler*innen, Politiker*innen, Aktivitist*innen und Journalist*innen teils hochkomplexe und sich widersprechende Datensätze zu bewerten und für ihre Arbeit zu nutzen. Die Fragen hierbei waren "Wann und warum vertrauen wir Daten?"

Foto: Raoni Rajao leitet den Vortrag ein

Foto: Raoni Rajao leitet den Vortrag ein

Hendrik Heuer und Andreas Breiter (ifib) haben eine laufende Arbeit mit dem Titel "Trust and Machine Learning" vorgestellt. Darin diskutieren sie die Herausforderungen, die entstehen, wenn Menschen mit Systemen des Maschinellen Lernens interagieren. Mit Blick auf die Komplexität und die Unbestimmtbarkeit derartiger System argumentieren sie, dass es unmöglich ist, bewusst über maschinelles Lernen nachzudenken. Sie argumentieren weiter, dass Vertrauen dabei hilft, mit dieser Herausforderung umzugehen. Die Präsentation fand im Rahmen der Sitzung The power of correlation and the promises of auto-management. On the epistemological and societal dimension of data-based algorithms statt.

Foto: Hendrik Heuer spricht über Trust and Machine Learning

Foto: Hendrik Heuer spricht über Trust and Machine Learning

Irina Zakharova (ifib) hat für das Projekt MAL - Multimodal Algebra Lernen - neue Partnerschaften im interdisziplinären Feld der Wissenschafts- und Technikforschung akquiriert und die Vorträge und Diskussionen im Bereich ethischer, sozialer und rechtlicher Aspekte der Technikforschung und -Entwicklung verfolgt.

Weitere Informationen zur Konferenz finden Sie hier: https://easst2018.easst.net/

Dieser Blogeintrag wurde von Juliane Jarke, Irina Zakharova und Hendrik Heuer gemeinsam verfasst.


Gemeinsam mit Prof. Susanne Maaß habe ich einen Special Issue (Themenheft) im Journal of Interactive Media: i-com herausgegeben. Im Fokus des Themenheft steht eine der wichtigsten
Fragen der partizipativen Technikgestaltung: Wie können zukünftige Nutzer*innen sinnvoll, kreativ und ermächtigend in Designprozesse involviert werden. Unser Schwerpunkt liegt auf den Möglichkeiten, die "Cultural Probes" spielen können und als partizipative Designpraxis genutzt werden können. Das Konzept der Cultural Probes wurde von Gaver, Dunne & Pacenti (1999) im Rahmen eines EU-Projektes entwickelt, um Ideen für kreative Designlösungen von potenziellen Anwender*innen zu erhalten: Ein Satz von Materialien und Fragen animieren zum Beobachten, Dokumentieren, Reflektieren und Kommentieren über den eigenen Alltag. Beispiele für solche Probes sind Tagebücher, Kameras, Postkarten oder Karten. Seit seiner ersten Einführung wurde das Konzept der Cultural Probes um Ideen wie "design probes", "technology probes" oder "mobile probes" erweitert. Meist werden Nutzer*innen jedoch nur dazu angehalten ihren eigenen Alltag zu dokumentieren. Die Interpretation erfolgt durch Designer selbst.

Unser Themenheft umfasst insgesamt fünf Aufsätze, die sich der Nutzung und Erweiterung von Probes in partizipativen Designprozessen annähern und diskutieren. Hier sind Nutzer*innen auch in die kritische Interpretation und Reflektion der Probes eingebunden und entwickeln Designideen mit. Ein Beitrag wurde von Ulrike Gerhard und mir verfasst und basiert auf unserem Projekt MobileAge. Unter dem Titel "Using Probes for Sharing (Tacit) Knowing in Participatory Design: Facilitating Perspective Making and Perspective Taking" diskutieren wir, wie Probes genutzt werden können, um den Wissensaustausch zwischen Designern und Teilnehmer*innen sowie zwischen den Teilnehmer*innen selbst zu förden.


Medienkompetenz avanciert in einer zunehmend digitalisierten und mediatisierten Welt zu einer Schlüsselkompetenz, die mit darüber entscheidet, ob die Menschen an diesem Wandel in vollem Umfang partizipieren können. Das betrifft soziale, kulturelle und wirtschaftliche Zusammenhänge gleichermaßen. Nur wer ausreichend medienkompetent ist, kann die mit diesen Entwicklungen einhergehende Chancen nutzen und Risiken vermeiden. Der Schule kommt dabei eine zentrale Rolle zu und zu ihren Aufgaben gehört inzwischen auch, die Entwicklung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen systematisch zu fördern.

Der Wetteraukreis hat diese Herausforderung angenommen und Ende 2013 ein Pilotprojekt initiiert, um den Einsatz von Tablets in der Grundschule zu erproben. Aufgrund verschiedener Schwierigkeiten wurde das Projekt Ende 2016 mit drei Grundschulen neugestartet. Jede der drei Schulen erhielt 7 iPads für die Nutzung durch die Lehrkräfte und einen Klassensatz mit 25 iPads für die Nutzung durch die Schülerinnen und Schüler.

Die Ergebnisse der Evaluation (basierend auf zwei Onlinebefragungen) illustrieren die vielfältigen Möglichkeiten des unterrichtlichen Einsatzes der iPads. Trotz des relativ kurzen Evaluationszeitraums (Februar 2017 bis Dezember 2017) wird deutlich, dass die Lehrkräfte, die mit den iPads arbeiten, innerhalb von 10 Monaten eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten entwickelt und umgesetzt haben. Die Lehrerinnen und Lehrer haben den Einsatz der iPads mit allen Altersstufen und in unterschiedlichsten fachlichen und inhaltlichen Kontexten ausprobiert. Dies macht deutlich, dass Tablets im Unterricht variantenreich und vielfältig eingesetzt werden können und diese Praxen das Potenzial besitzen, vielfältige unterrichtliche Innovationen zu erzeugen.

Aus der Sicht der befragten Lehrkräfte wirkt sich der Einsatz der iPads überwiegend positiv auf den Erwerb fachlicher Kompetenzen durch die Schülerinnen und Schüler aus, obgleich davon offenbar nicht alle Fächer in gleicher Weise profitieren. Ähnlich verhält es sich bei der Förderung überfachlicher Kompetenzen. Während z. B. alle befragten Lehrkräfte davon ausgehen, dass sich Lese- und Medienkompetenz besonders gut durch die Arbeit mit den iPads fördern lassen, fallen die Zustimmungswerte für die Förderung der Problem-, Kommunikations- und Schreibkompetenz deutlich geringer aus. Die Forschung ist an dieser Stelle aber auch noch nicht besonders weit und die Überprüfung von Kausalzusammenhängen zwischen Medieneinsatz und Kompetenzerwerb ist schwierig.

Insgesamt ist das iPad-Projekt in seinem bisherigen Verlauf als gelungen zu bewerten, und es lassen sich eine Vielzahl von Ansätzen erkennen, die offenbar geeignet sind, die Qualität des Unterrichts zu verbessern und den Erwerb verschiedenster Kompetenzen zu unterstützen. Für eine erfolgreiche Fortführung und Weiterentwicklung des iPad-Einsatzes in den Schulen hat die ifib consult einige Erweiterungen bzw. Anpassungen zu den Themen App-Ausstattung, Ausstattung mit iPads sowie Fortbildung und Austausch, Datenspeicherung und Dateiaustausch empfohlen. Genaueres kann in der Abschlussdokumentation des Projektes nachgelesen werden.

Abschließend wünschen wir dem Medienzentrum im Wetteraukreis weiterhin viel Erfolg beim Tableteinsatz in den Schulen.