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"Unternehmer mit Nebenjob" oder "nebenberuflich selbstständiger Angestellter"? Ob eine selbstständige Tätigkeit haupt- oder nebenberuflich ausgeübt wird, entscheidet über die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung. Wir nennen Kriterien und Konsequenzen der Einstufung.


Was ist ein Freebie – und warum sind sie wichtig?

Freebies sind kostenlose Angebote, die zu Marketingzwecken eingesetzt werden – als Geschenk, Kompetenznachweis oder einfach als vertrauensbildende Maßnahme. Für Freebies gibt es kein festgelegtes Format: Es kann sich um ein E-Book, ein Video, eine Checkliste, ein Webinar, einen Mini-Kurs und vieles andere mehr handeln. Um das Freebie zu erhalten, wird der Interessent gebeten, seine E-Mail-Adresse und manchmal auch weitere Daten wie Namen, Adresse, Firmengröße einzugeben.

Ziel des Freebies aus Anbietersicht: Man macht nicht nur auf sich und die eigenen Produkte oder Dienstleistungen aufmerksam, sondern schafft einen Anreiz dafür, dass Interessenten ihre E-Mail-Adresse preisgeben. Das Ziel ist es, den Menschen, die sich schon für das Freebie angemeldet haben, weitere Werbebotschaften per E-Mail zu schicken. Und an diesem Punkt kann ein Problem entstehen – nämlich ein Verstoß gegen das Kopplungsverbot.

Was ist ein Kopplungsverbot? Und was haben Freebies damit zu tun?

Eine verbotene Kopplung findet dann statt, wenn für die Erbringung einer Leistung oder den Abschluss eines Vertrags Handlungen oder Informationen abverlangt werden, die für die Erbringung der Leistung weder rechtlich noch technisch erforderlich sind.

Ich als Website-Betreiber könnte einen kostenlosen Download für meine Besucher ermöglichen. Dafür brauche ich nicht ihre E-Mail-Adresse. Das wäre sogar die technisch einfachere Lösung. Diese erfüllt dann aber nicht den Zweck des Freebies – nämlich E-Mails von potenziellen Kunden zu sammeln, um ihnen dann weitere Angebote/Informationen zusenden zu können.

Das Kopplungsverbot ist nicht erst durch die DSGVO entstanden, sondern besteht seit Jahren. Nun wird ihm aber im Rahmen der DSGVO mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

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Kann man Freebies als Marketing-Instrument nutzen, ohne gegen das Kopplungsverbot zu verstoßen?

Ja! Ich habe in den letzten Wochen mehrere Telefonate mit verschiedenen Landesdatenschutzbehörden geführt, um der Frage nachzugehen, wann genau man von einer unzulässigen Kopplung sprechen kann. Die Antwort: Eine unzulässige Kopplung entsteht dann nicht, wenn die zu erbringende Leistung zusätzlich über einen anderen Weg zu erhalten ist – z.B. kostenpflichtig oder über einen anderen Zugang.

#1: Sicherste Möglichkeit der Entkopplung: getrennte Einwilligung mit Wahlmöglichkeit

Eine Kopplung entsteht nicht, wenn für weitere E-Mail-Zusendungen eine gesonderte freiwillige Einwilligung eingeholt wird: Demnach gibt es eine Einwilligung für die Zusendung des Downloadlinks für das Freebie wie auch eine weitere Einwilligung für das Abonnement eines Newsletters oder andere vorher definierte Informationszusendungen. Technisch kann man das z.B. über eine gesonderte Checkbox umsetzen, die aber nicht vorausgewählt sein darf.

#2:Entkopplung durch alternative Möglichkeiten, das Angebot zu erhalten

Eine unzulässige Kopplung kann man auch anders vermeiden: Man kann den Inhalt des Freebies in einem anderen Medium, über einen anderen Zugang oder in einem anderen Zusammenhang anbieten: z.B. durch zusätzliche Veröffentlichung auf dem eigenen Blog oder als Bonusangebot bei einem Webinar.

Eine andere Möglichkeit ist es, das Angebot zusätzlich kostenpflichtig anzubieten. Somit haben Interessenten eine Wahl: Entweder sie melden sich für den Newsletter/E-Mail-Verteiler an und erhalten so das Freebie eben gratis oder sie können dasselbe Angebot kostenpflichtig erwerben.

Aber Achtung: Der Betrag darf dabei nicht unverhältnismäßig hoch sein!

Die Interessenabwägung erlaubt auch datenschutzkonformes Direktmarketing

Werbung nach Interessenabwägung

Am 04.05.2017 veröffentlichte das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) ein kurzes Papier zur „Verarbeitung personenbezogener Daten für Werbung", in dem es heißt:

„Werbung nach Interessenabwägung

Grundlage für die Beurteilung der Zulässigkeit von Werbung ist in Zukunft, abgesehen von einer Einwilligung, eine Interessenabwägung nach Art. 6 Abs. 1 Buchst. f DS-GVO. Ausgangspunkt für die zu treffende Abwägungsentscheidung ist ErwGr. 47, der ausführt: Die Verarbeitung personenbezogener Daten zum Zwecke der Direktwerbung kann als eine einem berechtigten Interesse dienende Verarbeitung betrachtet werden."

Allerdings weist das BayLDA ausdrücklich darauf hin, dass es sich hierbei um keine verbindlichen Aussagen handelt, sondern um gegenwärtige Interpretationen und Meinungen zur DSGVO.

Konsequenzen für die datenschutzkonforme Umsetzung Freebie gegen E-Mail-Adresse

Variante 1: Der Newsletter steht im Mittelpunkt

Man bewerbe ganz transparent das eigentliche Produkt, nämlich den Newsletter oder andere Informationszusendungen.

Im Mittelpunkt der Landingpage (auf der sonst das Freebie beworben wurde) steht nun also der Newsletter. Hier wird der Informationsgehalt hervorgehoben und warum es sich lohnt, diesen Newsletter zu abonnieren. Das Freebie steht weniger im Vordergrund: Es handelt sich dann eher um ein Willkommensgeschenk oder Bonus für das Abonnieren.

Dieses Vorgehen ist laut telefonischer Auskunft des Bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht „unproblematisch, weil transparent informiert wird".

Variante 2: Absolute Transparenz

Eine weitere Möglichkeit sehe ich darin, das Freebie weiterhin wie in den letzten Jahren üblich zu bewerben – allerdings mit der großen Änderung, dass man deutlich auf das Newsletter-Abonnement als Gegenleistung hinweist.

Dabei handelt es sich bei dieser Information nicht um Kleingedrucktes, sondern sie wird offen formuliert, gut lesbar und vor allem nicht übersehbar im Anmeldeformular angebracht.

Ob diese Vorgehensweise abmahnsicher ist, wird die Zukunft zeigen. Noch gibt es keine Entscheidungen und Urteile.

Fazit: DSGVO und Direktmarketing via Freebie

Das Wichtigste beim datenschutzkonformen Online-Direktmarketing mit (oder ohne) Freebies ist und bleibt die Transparenz.

Um ein Freebie als Marketing-Instrument datenschutzsicher anzubieten, sollte man unbedingt Folgendes beachten:

  • Erklären Sie dem Interessenten offen, wofür Sie seine E-Mail-Adresse verwenden möchten – z.B., um ihm weitere nützliche Informationen und Angebote zusenden zu können. Machen Sie deutlich, um welche Art von Informationen es sich handelt.

  • Informieren Sie den Interessenten unmissverständlich, dass er diese Informations- und Werbeangebote jederzeit mit wenig Aufwand abbestellen kann. Stellen Sie sicher, dass dies auch zutrifft.

  • Machen Sie deutlich, was Sie mit den Daten tun werden – und vor allem, was Sie nicht tun werden (z.B. seine personenbezogenen Daten an andere weitergeben).

  • Weisen Sie ausdrücklich auf Ihre Datenschutzerklärung hin (mit Link).

  • Last but not least: Das Freebie muss es wert sein, dass jemand dafür seine E-Mail-Adresse hergibt und es nicht einfach als „Clickbait" (zu Deutsch: Klickköder) gewertet wird.

Auch mit erhöhtem Bewusstsein für den Datenschutz und eine strengere Auslegung ist wirkungsvolles Online-Direktmarketing zweifelsohne möglich. Es erfordert nur mehr Transparenz, Offenheit, eine direktere Ansprache und vielleicht etwas kreatives Umdenken.


Seit 2018 gelten neue Regeln für Selbstständige, die freiwilliges Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind. Die Krankenversicherungsbeiträge, die dieses Jahr fällig werden, sind nicht endgültig: Nächstes Jahr kann es zu Nachforderungen oder auch Rückzahlungen kommen.


Einen Verein gründen können Sie auch ohne Notartermine und lange Satzungsdiskussionen: Nicht jeder Verein muss eingetragen werden. Wir liefern Informationen zum "n.e.V." - und auch eine einfache Mustersatzung.


Wenn im Mai europaweit ein neues Datenschutzrecht gilt, steigt das Risiko für Unvorbereitete: Die EU-DSGVO betrifft so gut wie alle Unternehmen und sieht empfindliche Bußgelder vor.


Verträge über die Auftragsverarbeitung personenbezogener Daten erfordern eine bestimmte Vertragsgrundlage. Das bleibt auch unter der DSGVO so. Bestehende Verträge müssen nun angepasst werden.


Bis Ende Mai 2018 läuft die Frist zur Abgabe der Einkommensteuererklärung für das Jahr 2017. Wird die Zeit knapp? Wir sagen Ihnen, was Sie tun können. Das Wichtigste: Nicht den Kopf in den Sand stecken.


Haben Sie sich im vergangenen Jahr selbstständig gemacht? Dann müssen Sie Ende Mai die erste Steuererklärung als Freiberufler oder Unternehmer abgeben. Kein Grund zur Sorge, denn der Jahresabschluss ist keine Geheimwissenschaft und oft sogar schneller erledigt als der "Lohnsteuerjahresausgleich" von Angestellten! Wir sagen Ihnen, welche Formulare Sie ausfüllen müssen und welche Unterlagen Sie benötigen.


Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Versicherungs-, Steuer- und Rechtsfragen für selbstständige Lehrer, Dozenten, Kursleiter, Trainer und Übungsleiter. Außerdem geht es um Status-Fragen und die Abgrenzung verschiedener Tätigkeitsformen.


Beim Mahnen drei Mahnstufen durchlaufen? Schnee von gestern: Juristisch betrachtet sind förmliche Mahnungen bei Geldforderungen in vielen Fällen entbehrlich. Trotzdem sind korrekte Mahnungen sinnvoll und wichtig. Wir erläutern die Rechtslage und geben Empfehlungen für ein zeitgemäßes Mahnverfahren.


Haben Sie praktische Fragen zu Rechnungen? Egal ob es sich um das Schreiben eigener Rechnungen oder das Kontrollieren und Verbuchen von Eingangsrechnungen dreht: Unsere Praxistipps fassen zusammen, worauf es ankommt - damit Ihre Buchhaltung "finanzamtssicher" ist.


text Perfekte Kunden-E-Mails schreiben
2018-02-14T00:00:00+01:00

Kundenfreundlich formulierte E-Mails sind wichtig. Wir zeigen Ihnen, wie Sie empfängerorientierte Botschaften schnell und gekonnt formulieren.


Wenn Banken Kreditanträge von Unternehmen ablehnen, liegen die Gründe hierfür häufig an einer fehlerhaften Vorbereitung seitens der Unternehmen.

Anhand eines Investitionsbeispiels möchte ich Ihnen zeigen, wie Sie sorgfältig und erfolgsversprechend den Kreditantrag und das Kreditgespräch vorbereiten.

1. Kriterien für die Kreditbewilligung

Sie planen für Ihr Unternehmen „Multigewinde" die Erweiterung des Produktsortiments. Hierfür ist die Anschaffung einer neuen Maschine notwendig. Diese Investition wollen Sie über einen Bankkredit finanzieren.

Ob die Bank diesen Kredit bewilligt, hängt nicht zuletzt davon ab, wie die Bank folgende Dinge einschätzt:

  • der wirtschaftliche Zustand des Unternehmens

  • die Rentabilität des konkreten Vorhabens

  • die persönlichen Fähigkeiten des Unternehmers bzw. dessen Vertreter

2. Ermittlung des genauen Finanzbedarfs

Grundvoraussetzung für einen Kreditantrag ist die Ermittlung des genauen Finanzbedarfs. Häufig begeht man den Fehler, dass der Finanzbedarf zu niedrig angesetzt wird. Der Bank wird aber meist schnell ersichtlich, dass Nachfinanzierungen erforderlich werden. Sie wird sich fragen, warum Sie als Unternehmer das nicht von vornherein gesehen/gesagt haben. Das kann schon am Anfang das Vertrauensverhältnis in Sie als Unternehmer belasten.

Berücksichtigen Sie für jede Investition alle tatsächlich anfallenden Kosten. Um unvorhersehbare Kosten ebenfalls mitzufinanzieren, sollten Sie einen Pufferbetrag von ca. 5 – 10 % in die Finanzierung einbeziehen.

Die Ermittlung des genauen Finanzbedarfs in unserem Beispiel könnte so aussehen:

Finanzbedarf

Euro

Anschaffungskosten CNC-Maschine

500.000

Zusätzliche Spezialwerkzeuge für die Schraubenherstellung

50.000

Einarbeitungskosten des Personals

20.000

Finanzpuffer (5 %)

30.000

Gesamtbedarf

600.000

Aus Sicht der Bank zeigt die detaillierte Aufstellung aller tatsächlich zu erwartenden Kosten samt Finanzpuffer, dass der Finanzbedarf sorgfältig ermittelt wurde und leidige Nachfinanzierungen nicht zu erwarten sind.

Für den Fall, dass der Finanzpuffer im konkreten Verlauf des Projekts tatsächlich nicht aufgebraucht werden sollte, können Sie vorsorgen durch folgende Vereinbarung: „Der nicht genutzte Betrag darf als Sondertilgung auf den Kredit eingezahlt werden."

3. Darstellung der gesamten Finanzlage des Unternehmens

Als Vorbereitung des Bankgesprächs ist es sinnvoll, die gesamte Finanzsituation (laufende Kredite) des Unternehmens darzustellen. Dies hat den Vorteil, dass die geplante Kreditrate besser ermittelt werden kann.

Stellen Sie die Daten in einer Tabelle dar. Beispiel:

Finanzierungs-gegenstand

Darlehens-betrag

Restschuld

Rest-laufzeit Jahre

Mtl. Rate

Bemerkung

Fertigungshalle

1.000.000

650.000

15

4.900

Hausbank

LKW

80.000

45.000

4

1.100

KfW*

Fräsmaschine

300.000

120.000

3

3.700

Hausbank

Gesamt

1.380.000

815.000

9.700

*Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Diese Übersicht sollte stets gepflegt werden, sodass Sie jederzeit darauf zurückgreifen können.

4. Erwartete Plandaten und Finanzierungsmodell für Investition vorbereiten

Plandaten

Unter Plandaten versteht man eine Aufstellung darüber, mit welchen zukünftigen Aufträgen das Unternehmen rechnet. Grundlagen hierfür sind:

  • vorliegende Anfragen von Kunden

  • erwartete neue Aufträge

Gehen Sie bei der Ermittlung dieser erwarteten Aufträge vorsichtig vor. Es ist besser, ein niedrig angesetztes Auftragsvolumen zu übertreffen als (zu) optimistische Schätzungen zu verfehlen.

Ermitteln Sie aus diesen erwarteten Aufträgen die Umsatzerlöse, die anfallenden Kosten und den Gewinn. Der Gewinn dient als Basis für die Tilgungsrate.

Diese Zukunftsdaten sind für Banken sehr wichtig, da sie die Grundlage für die Tilgungsberechnung darstellen. Schon aus diesem Grund sollten Sie hier keine übertriebenen Prognosen anstellen. Eine zu optimistische Erwartung wird von den Banken eher kritisch beäugt.

Finanzierungsmodell

Für die Bank (und natürlich für Sie) ist ebenfalls wichtig, dass Sie konkrete Vorstellungen bezüglich Laufzeit und Rückzahlungsraten für den angestrebten Kredit haben. Bereiten Sie daher Ihr angestrebtes Finanzierungsmodell vor.

Ein Beispiel

Der gesamte Finanzbedarf beträgt 600.000 Euro.

Angenommene Investitionsdaten:

Nutzungsdauer der Maschine

10 Jahre

Finanzierungsdauer

7 Jahr

Erwartete Monatsumsätze

30.000 Euro

Erwarteter Monatsgewinn

10.000 Euro

Voraussichtlicher Zinssatz

5 %

Gewünschte mtl. Rate

8.500 Euro

(Der Zinssatz von 5 % orientiert sich hier an den Konditionen der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Der endgültige Zinssatz wird von der Bank festgelegt.)

Strategisch vorgehen

Planen Sie das Finanzierungsmodell so, dass es seitens der Bank nur noch in kleinen Punkten verändert werden muss. Erwähnen Sie, dass Sie Konkurrenzangebote von anderen Banken einholen.

5. Kreditunterlagen aufbereiten

Wie anfangs dargestellt, kommt es bei der Kreditbewilligung auf die Beurteilung des Unternehmens an. Das bedeutet für Sie, dass Sie die Unterlagen zu Ihrem Unternehmen zur Einreichung vorbereiten sollten. Wichtig ist, dass sie aktuell sind.

Die wichtigsten Unterlagen sind:

  • letzte vorliegende Bilanzen (i. d. R. zwei Bilanzen)

  • aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA)

  • zukünftige Prognose-Darstellung

a) Letzte vorliegende Bilanzen

In der Regel verlangen Banken die beiden letzten vorliegenden Bilanzen. Liegt die Bilanz aus dem letzten Jahr noch nicht vor, begründen Sie, warum das so ist (z. B. Verzögerung beim Steuerberater).

Obwohl die Bank die Bilanzen auswertet, sollten Sie vorab eine eigene Bilanzanalyse durchführen. Somit kennen Sie die wichtigsten Kennzahlen, wie Eigenkapitalquote, Umsatzrendite und Liquiditätsgrad.

Kennzahlen selber erstellen

Sie sollten die Kennzahlen möglichst im eigenen Unternehmen vornehmen und nicht vom Steuerberater berechnen lassen. Dies hat den Vorteil, dass Sie mit den Kennzahlen vertraut sind.

b) Betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA)

Die BWA wird monatlich erstellt, somit ist sie aktueller als die Bilanz. Gerade die BWAs des laufenden Geschäftsjahres zeigen die aktuelle Lage des Unternehmens auf. Bitten Sie Ihren Steuerberater, die letztmögliche BWA zu erstellen.

Auf jeden Fall sollten Sie sich eingehend mit den BWAs beschäftigen. Banken möchten sich davon überzeugen, dass Sie mit den Wirtschaftsdaten Ihres Unternehmens gut vertraut sind und Fragen jederzeit souverän beantworten können.

c) Zukünftige Prognose-Darstellung

Bilanz und BWA sind vergangenheitsbezogen. Wichtig für Banken sind jedoch die die Zukunftsaussichten des Unternehmens, insbesondere

  • der aktuelle Auftragsbestand

  • die Zukunftsaussichten für die Unternehmensprodukte

  • geplante Aktivitäten des Unternehmens, z. B. Werbemaßnahmen, Investitionen

  • die geplante Entwicklung der Personalsituation

Diese Punkte sollten Sie ausführlich darstellen und begründen. Orientieren Sie sich bei Ihren Prognosen sowohl an betriebsinternen Daten als auch an externen Informationen, beispielsweise der IHK.

6. Persönliches Auftreten im Kreditgespräch

Wichtig für die Kreditbewilligung ist die Beurteilung der verantwortlichen Personen. Von herausragender Bedeutung ist die Einschätzung über persönliche Kompetenz und Zuverlässigkeit. Ihr Ziel ist es, durch selbstsicheres Auftreten sowie die Ausstrahlung der fachlichen Kompetenz einen guten Eindruck auf die Entscheidungsträger der Bank zu machen.

Persönliches Auftreten

Treten Sie selbstbewusst auf. Sie sind kein Bittsteller, sondern ein Kunde der Bank. Banken sind ebenfalls Wirtschaftsunternehmen und wollen Kredite verkaufen

Seien Sie aber offen und zuvorkommend. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie Neukunde bei der Bank sind.

Halten Sie allgemeine Kleidungskonventionen ein. Ein gepflegter Auftritt erleichtert die Gesprächsführung. „Kleider machen Leute" oder „Wie man in den Wald hineinruft, so klingt es heraus", diese Allgemeinheiten beeinflussen doch sehr stark den Gesprächsverlauf im Bankgespräch.

Persönliche Kompetenz und Professionalität

Bereiten Sie sich gut auf das Kreditgespräch vor. Durch die eigene Analyse der Bilanzen und BWAs haben Sie sich schon mit den Kennzahlen vertraut gemacht und können Fragen hierzu seriös beantworten. Informieren Sie sich ebenfalls über Konjunkturdaten und Konjunkturerwartungen, sodass Sie Ihr Unternehmen und Ihr Vorhaben in das wirtschaftliche Gesamtgeschehen einordnen können.

Auch wenn Sie sich für Fragen seitens der Bank offen zeigen, beantworten Sie die Fragen nur, wenn Sie darüber tatsächlich Bescheid wissen. Bankberater merken sehr schnell, wenn ausweichende oder vage Antworten gegeben werden. Können Sie Fragen nicht in der Besprechung beantworten, erklären Sie, dass Sie die Antworten zeitnah nachreichen werden.

7. Fazit

Eine positive Kreditentscheidung hängt nicht nur vom Wohlwollen der Bank ab. Gerade die materielle Vorbereitung der Unterlagen zeigt der Bank, dass Sie als verantwortliche Person Ihr Unternehmen genau kennen. Es ist nicht selbstverständlich, dass Antragsteller so gut vorbereitet in Kreditgespräche gehen. Die Banken wissen das zu würdigen. Dies erleichtert die Genehmigung des Kreditantrages.

Sollte Ihr Unternehmen sich in einer schwierigen Lage befinden, ist die Vorbereitung auf das Kreditgespräch noch wichtiger. Hier kommt es dann besonders auf die Beurteilung Ihrer Kompetenz und Zuverlässigkeit an.


text Der digitale Nachlass in 7 Schritten
2018-01-24T00:00:00+01:00

Insgeheim hofft wohl jeder auf das ewige Leben hier auf Erden. Dabei ist eins schon mal sicher:

Wir kommen hier nicht lebend raus!

Und das bedeutet in aller Regel: Irgendwann werden Ihre Erben mit Ihrem Nachlass konfrontiert sein.

Wenn Sie jemals einen Nachlass aufgelöst haben, dann wissen Sie, wie aufwendig das ist. Das gilt auch für den digitalen Nachlass. Und wenn der Umfang des digitalen Nachlasses gar nicht klar ist, wird daraus eine Sisyphusarbeit.

Was ist der digitale Nachlass?

Es handelt sich beim digitalen Nachlass sowohl um die Verwaltung ganz konkreter physischer Gegenstände wie Rechner und Handys als auch um immaterielle Aspekte wie Mitgliedschaften oder Nutzungsrechte. Ihre Erben werden Konten kündigen, Verträge beenden, gebuchte Reisen oder Events abwickeln müssen. Aber wie soll das gehen, wenn Ihre Erben nicht einmal wissen, um welche Konten oder Verträge es geht, von den nötigen Zugangsdaten mal ganz zu schweigen?

Es handelt sich bei der Vorsorge um Ihren Nachlass auch darum, dass Ihre Erben nicht mit unnötigen Kosten belastet werden: Die Erstausgabe einer Sterbeurkunde, die als Voraussetzung für die Löschung von Konten meist erforderlich ist, kostet in der Regel 10,00 Euro, jede weitere Sterbeurkunde 5,00 Euro. Das summiert sich. Einfacher wäre es, wenn Ihre Erben schon Zugriff auf die relevanten Konten hätten und sie ganz einfach löschen könnten – vorausgesetzt, Sie möchten das.

Es geht aber nicht nur darum, für den Todesfall vorzusorgen. Wenn Sie Ihre digitalen Aktivitäten jetzt ordnen, genießen Sie sofort das gute Gefühl, Ihr digitales Leben im Griff zu haben.

So bereiten Sie Ihren digitalen Nachlass zu Lebzeiten vor

Schritt 1: Gehen Sie das Thema digitaler Nachlass an

Beschließen Sie, sich jetzt um Ihr digitales Leben (und somit Ihr digitales Erbe) zu kümmern. So können Sie alles genau in Ihrem Sinne gestalten und sind nicht darauf angewiesen, dass wichtige Aspekte nach Ihrem Tod erst aufwendig rechtlich geklärt werden müssen. Nicht nur im Buddhismus ist die gelungene Vorbereitung auf den Tod Teil eines erfolgreichen, erfüllten Lebens.

Schritt 2: Werden Sie sich Ihrer digitalen Aktivitäten bewusst

Beginnen Sie damit, alle technischen Geräte aufzuschreiben, die Sie nutzen – vom Desktop-Rechner über Ihr iPad bis zum Telefon. Notieren Sie dann: Welche Aktivitäten führen Sie am Rechner aus? Welche im Internet? Welche geschäftlich und welche privat? Legen Sie sich einfach mal ein paar Tage lang einen Notizblock neben den Computer und schreiben Sie sich auf, was Sie am Rechner tun.

Machen Sie sich bewusst, welche Dienste, Webseiten, sozialen Medien Sie nutzen – das sind oft mehr, als Sie zunächst vermuten würden. Durchforsten Sie dazu auch Ihr E-Mail-Postfach und werfen Sie einen Blick auf Ihre Bank- und Kreditkartenkonten.

Schritt 3: Übersichten erstellen

Erstellen Sie eine Übersicht über alle Dienste, Verträge, Abos und sonstigen digitalen Vermögensgegenstände.

Während des jüngsten Digina-Barcamps am 4. November in München haben wir ein Brainstorming zur digitalen Erbmasse erstellt. Was genau gehört eigentlich dazu? Lassen Sie sich von dieser ersten, keinesfalls vollständigen Übersicht inspirieren.

  • Social-Media-Accounts (Facebook, Instagram, Twitter)

  • Online-Communitys

  • Adressdatenbanken

  • Online-Banking/Kreditkarten/Aktienkonten

  • Cloud-Speicher (Dokumente)

  • Entertainment-Abos (Netflix, Spotify, Apple Music, Audible, Kindle unlimited, Zeitschriften, inklusive Playlists)

  • Entertainment-Dateien (z. B. Videos auf dem Rechner, Speichermedien und „in the Cloud")

  • digitale Währungen

  • Gaming-Accounts

  • Apps

  • Speichermedien (Festplatten, USB-Sticks, Speicherkarten, zum Beispiel aus dem Handy oder der Kamera)

  • E-Mails und Messenger-Nachrichten

  • Online-Shopping-Konten, z. B. Amazon

Bei Selbstständigen kommen die Dinge hinzu, die man selber erstellt hat und/oder als Geschäftsinhaber nutzt:

  • Websites/Blogs

  • Apps

  • Podcasts

  • Fotos, Texte, Kunstwerke

  • Kundendatenbanken/Verteiler

  • Urheberrechte/Lizenzen

  • Online-Content (Videos, Blogtexte)

  • Online-Dienstleistungen (SaaS, Hosting, geschäftliche E-Mail-Konten)

Schritt 4: Hinterlegen Sie Ihre Zugangsdaten rechtssicher und aktuell

Schaffen Sie für Ihre Erben einen Überblick über alle wichtigen Zugangsdaten, vor allem für kostenpflichtige Services. Denn diese sollten nach Ihrem Tod schnellstmöglich gekündigt werden.

Legen Sie alle wichtigen Informationen bereit. Nutzen Sie dafür am besten einen Passwortmanager wie zum Beispiel 1Passwort. Das erspart Ihnen nicht nur die laufende Dokumentation möglicher Passwortveränderungen, sondern sorgt ganz nebenbei für eine bessere Passwortsicherheit, die laufende Anpassung an neue technische Entwicklungen und damit für mehr Sicherheit im Netz. Vergessen Sie nicht, das Passwort und den Master-Key für Ihren Passwortmanager so zu hinterlegen, dass Ihre Erben darauf leicht zugreifen können.

Vor allem das E-Mail-Konto ist der Dreh- und Angelpunkt für die Abwicklung Ihres Nachlasses. Stellen Sie sicher, dass Ihre Erben nach Ihrem Tod Zugriff darauf bekommen.

Beim Tod eines Mitarbeiters

Hier sollten Sie darauf achten, ob Ihre Mitarbeiter Passwörter verwenden, die Sie nicht kennen, oder ob zum Beispiel Ihre Facebook-Page vom persönlichen Account des Beauftragten aus angelegt wurde und er oder sie vielleicht als einzige/r Administrator verwaltet – das gilt im Übrigen auch für externe Dienstleister. Stellen Sie sicher, dass mehrere Mitarbeiter über die Zugänge verfügen, und halten Sie die von Ihnen gewählte Vorgehensweise in Betriebsvereinbarungen fest.

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Schritt 5: Sorgen Sie dafür, dass Vermögenswerte erkannt werden

In der digitalen Welt entstehen mittlerweile ganz reale Werte, die nach Ihrem Tod bares Geld wert sein können. Beispiele hierfür sind Guthaben bei Bezahldiensten oder Services, der Wert von Domains und Quellcode. Auch Musik- und Filmsammlungen können kostbar sein. Bei anderen Werten ist fraglich, wie sie erhalten und weiter monetarisiert werden können, wie zum Beispiel Ihr E-Mail-Verteiler oder Ihre Facebook-Gruppe.

Schritt 6: Legen Sie fest, was nach Ihrem Tod passieren soll

Dafür sollten Sie einen Blick auf Ihre Rollen werfen – privat, als Unternehmerin, als Mutter, als Mitglied eines Berufsverbandes, als Netzwerkerin, als Inhaberin einer Zulassung. Welche Verantwortung tragen Sie? Wer übernimmt sie? Wie gestalten Sie den Übergang nach Ihrem Tod, rechtlich und kommunikativ? Für das Unternehmen ist entscheidend, dass rechtlich sichere Vorsorgevollmachten getroffen sind, damit alle notwendigen Maßnahmen – von der Kontobewegung bis zu Online-Kampagnen – weiterlaufen können.

Beispielhaft können Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Soll Ihre Social-Media-Präsenz weitergeführt werden? Wenn ja, gehört zum Beispiel dazu, dass Sie alternative Administratoren für Ihre FB-Gruppe oder Ihre Firmenseite anlegen, damit Ihre Marktposition nicht gefährdet wird und der Betrieb gut weiterläuft.

  • Soll Ihr privates Facebook-Konto nach Ihrem Tod im Gedenkzustand bestehen bleiben, wo es noch für Freunde einsehbar ist? Wenn ja, wie lange? Welche letzte Botschaft möchten Sie Ihren Freunden mitgeben?

  • Welche Nachricht sollen Ihre geschäftlichen/wirtschaftspolitischen Kontakte erhalten?

  • Welche Verträge sollen von Ihren Erben fortgeführt werden?

  • Welche Daten möchten Sie privat halten? Was soll mit Fotos, Videos und Audios passieren, die Sie bei Instagram, YouTube oder Soundcloud aufgeladen haben?

Nutzen Sie alle Gestaltungsmöglichkeiten, die Ihnen zu Lebzeiten offenstehen, und halten Sie Ihre Vorstellungen schriftlich fest. Weil die rechtliche Situation kompliziert sein kann, ziehen Sie einen Fachanwalt bei Bedarf heran. Alternativ können Sie auch einen Vorsorgebevollmächtigten bestimmen, dem Sie eine digitale Vollmacht erteilen. So kann er oder sie Ihren Nachlass in Ihrem Sinne ordnen. Auch hier gilt es zu entscheiden: Auf welche Internetseiten und Accounts soll er oder sie Zugriff haben?

Punkt 7: Sinnvolle Services und Dienstleister

Nutzen Sie zunächst das, was Plattformen wie Facebook (Nachlasskontaktperson) oder Google (Inactive Account Manager) anbieten. Darüber hinaus bietet das Info-Portal digital.danach einen guten Überblick zu weiteren hilfreichen Tools.

Fazit

Der digitale Nachlass ist ein Feld voller Fragezeichen, zu denen die passenden Antworten gerade erst gefunden werden. Es geht dabei um mehr als die Weitergabe der Passwörter für Ihre Social-Media-Accounts. Mit dem digitalen Nachlass gestalten Sie Ihr Erbe, weit über den materiellen Aspekt hinaus. Sie entscheiden, wie Sie in Erinnerung bleiben möchten: im Idealfall als jemand, der Weitblick besaß und verantwortungsbewusst gehandelt hat.

Zum Weiterlesen:

Digital.Danach (Mediathek zum digitalen Nachlass)

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz behandelt das Thema auf spielerische Art und Weise auf: www.machts-gut.de


Wenn Familienrichter oder das Jugendamt bei Scheidung oder Trennung den Kindesunterhalt festlegen, ziehen sie in der Regel die Düsseldorfer Tabelle heran. Die Tabelle gibt Werte für die Unterhaltszahlung vor, gestaffelt nach dem Alter der Kinder und der Höhe des Nettoeinkommens. Sie dient bundesweit als Richtlinie.


Mit der EU-Datenschutzgrundverordnung gelten ab Mai 2018 auch neue Anforderungen an Datenschutzerklärungen. Website-Betreiber sollten sich kümmern.


Wann müssen für einen Praktikanten Sozialversicherungsbeiträge bezahlt werden, wann hat er Anspruch auf Mindestlohn? Wir liefern einen Überblick für Arbeitgeber.


text Studenten im Betrieb
2017-12-13T00:00:00+01:00

Werkstudent, Studentenjob, geringfügige Beschäftigung? Eine falsche Wahl kann teuer werden. Was Studenten und Arbeitgeber wissen sollten.


Neue Abschreibungsregelung ab 01.01.2018! Unser GWG-Rechner hilft Ihnen, ohne aufwändige Kalkulationen Steuern zu sparen: Für "Geringwertige Wirtschaftsgüter" (GWG) stehen zwei verschiedene Abschreibungsmethoden zur Auswahl: Pool- oder Sofortabschreibung. Unser Excel-Rechner ermittelt, womit Sie besser fahren.


Welchen Wert dürfen Geschenke an Kunden oder für Arbeitnehmer haben? Wann sind die Ausgaben für die betriebliche Weihnachtsfeier steuerpflichtig? Müssen Arbeitnehmer an Heiligabend arbeiten? Wir beantworten Praxisfragen rund ums Steuer- und Arbeitsrecht zu Weihnachten und zum Jahresende.